Einsteiger-Guide zu Esports

5 min Lesedauer
Was steckt hinter Esports? Welche Wettbewerbe, Ligen und Disziplinen gibt es? Und was macht die besondere Faszination von Sim Racing aus? Alle Antworten im BMW Esports Guide.

29. Januar 2021

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Ausverkaufte Fußballstadien, Millionen von Zuschauern weltweit, Spieler, die wie Popstars verehrt werden, und Preisgelder in Millionenhöhe. Dazu Pyrotechnik, Feuerwerk, lautstarke Fans – in der Arena herrscht eine Stimmung wie beim Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Und während die Zuschauer jubeln, arbeiten die Wettkämpfer hoch konzentriert an ihrem Sieg. Doch hier handelt es sich nicht um Fußball, Olympia oder den Super Bowl, sondern um Esports – einen weitgehend unterschätzten sportlichen Wettkampf, der inzwischen Zehntausende Zuschauer in der Gaming Arena und Millionen online vor den Bildschirmen fesselt.

Was steckt hinter Esports?

Wie bei anderen Sportarten geht es auch bei Esports um einen Wettbewerb. Sprich: Es kommt auf die sportliche Leistung des einzelnen Profis (Pro Gamer) und des Esports Teams an. Der Unterschied ist, dass sich diese Leistung auf einem Bildschirm abzeichnet – und nicht auf einem realen Spielfeld. Der deutsche eSport-Bund definiert den digitalen Sport als „unmittelbaren Wettkampf zwischen menschlichen Spieler/innen unter Nutzung von geeigneten Video- und Computerspielen unter festgelegten Regeln“.

Deshalb sind bei Weitem nicht alle Games gleichermaßen geeignet, um Esport-Turniere auszutragen. Voraussetzungen sind vor allem Chancengleichheit und faire Leistungsermittlung. Der Faktor Zufall wird höchst ungern im Esport-Genre gesehen. Viele Spiele mit Mehrspieler-Modus erfüllen diese Bedingungen bereits: Sei es beim Bildschirm-Fußball, beim Sim Racing oder bei teambasierten Arena-Kämpfen.

Esports – ein neues Massen-phänomen?

Ganz so neu, wie es scheint, ist Esports nicht. Bereits vor knapp 50 Jahren trugen die ersten Gamer virtuelle Wettkämpfe im legendären Videospiel-Urvater „Pong“ aus. Größere Beachtung fand der digitale Sport zunächst in den 1990ern, als erste LAN-Partys aufkamen. Dabei trafen sich zahlreiche Spieler in Veranstaltungshallen, um ihre Computer zu vernetzen. Kaum ein Jahrzehnt später kam es zur Online-Revolution: Nahezu jeder hatte problemlosen Zugang zum Internet. Die Gamer (➜ Lesen Sie auch: Von diesen Games sollte es ein Remake geben) mussten sich nicht mehr zwingend vor Ort treffen. Und das bereitete den Weg für globale Esports Tournaments.

Ab den 2000ern wurde der digitale Sport schließlich zum Massenphänomen. Vorreiter war Südkorea. Das Echtzeit-Strategiespiel „StarCraft“ genießt dort höchste Popularität, Pro Gamer sind echte Superstars. In Südkorea fanden auch die ersten World Cyber Games statt.

Die Preisgelder von Esports Tournaments stiegen inzwischen in den Millionenbereich. Bei „The International“ 2019, dem finalen Turnier des „Dota Pro Circuit“, wurden Preisgelder von insgesamt 34,3 Millionen US-Dollar ausgeschüttet.

Für die Zuschauer ist es einfach wie nie, große Meisterschaften zu verfolgen. Bedeutende Plattformen wie Twitch, YouTube oder Facebook Gaming übertragen sie live. Und auch das klassische lineare Fernsehen zeigt Esports. Sender wie Sport1 und ProSieben Maxx berichten live vor Ort.

Welche Wettkampf-Disziplinen gibt es bei Esports?

Bei Esports existieren unterschiedliche Disziplinen von „League of Legends“ bis „FIFA“. Grundsätzlich lassen sich zwei Formen unterscheiden: Wettkämpfe zwischen zwei Spielern und teambasierte Games. Zur ersten Form zählt beispielsweise das erwähnte „StarCraft“ – ein Sci-Fi-Aufbauspiel, bei dem zwei Spieler um Ressourcen, taktische Punkte und den Sieg kämpfen. Auch der DFB mischt mit: Die deutsche Esport-Bundesliga trägt virtuelle Pokalwettbewerbe im eFootball aus.

Teambasierte Games finden in virtuellen Arenen statt. Hier kommen große Esports-Organisationen und -Clans wie G2 Esports, Cloud 9 und Fnatic ins Spiel. In der Shooter-Szene sind teils militärisch angehauchte Vertreter wie „Counter-Strike: Global Offensive“ (kurz: „CS GO“ ), „Call of Duty“, „Valorant“ oder „Overwatch“ beliebt. Esports-Teams treten ebenso in sogenannten MOBAs (Multiplayer Online Battle Arena) wie „DOTA 2“, „Heroes of the Storm“ oder „League of Legends“ an.

Esports mit League of Legends

Der Esports-Markt wächst explosionsartig. Allein in Deutschland gibt es doppelt so viele Computerspieler (34,4 Millionen) wie Autofahrer (18,1 Millionen). Große Treiber sind Spiele wie „League of Legends“ (kurz: „LoL“ ), das mit über 100 Millionen Spielern weltweit zu den populärsten Esports-Games zählt. Hier duellieren sich zwei fünfköpfige Clans mit dem Ziel der Zerstörung der gegnerischen Basis. Die Aufgabenteilung in Esports Teams ist klar vorgegeben: Ganz wie im Fußball hat jeder Pro Gamer bestimmte Aufgaben wie Angreifer und Verteidiger inne. Nur mit koordiniertem Teamwork lässt sich der Sieg erreichen.

Popstars und Millionäre des Esports

Mehr als 215 Millionen US-Dollar an Preisgeldern wurden allein 2019 in über 4.600 Gaming Tournaments vergeben. Auch 2020 kämpfen Pro Gamer auf höchstem Niveau um Millionen US-Dollar. Einige werden in der Welt des Esports ähnlich verehrt wie Lionel Messi im Fußball oder Lewis Hamilton in der Formel 1.

Zum Beispiel der Südkoreaner Lee „Faker“ Sang-hyeok „The unkillable Demon King“ (League of Legends Esports Team T1). Der Spieler wurde vom Vizepräsidenten des Spieleherstellers Riot Games als „Michael Jordan“ von „League of Legends“ bezeichnet. Die World Championship der LoL Finals hat er bereits dreimal gewonnen. Mit 1,2 Millionen US-Dollar führt er die Liste der Esports Earnings, also der gewonnenen Preisgelder, an. Bestbezahlter Esport-Profi derzeit ist der Däne Johan „N0tail“ Sundstein. Er siegte zweimal in Folge die Weltmeisterschaft im Spiel „Dota 2“ und gewann insgesamt 6,9 Millionen US-Dollar Preisgeld.

Für diesen Ruhm müssen Pro Gamer hart arbeiten. Die Aktivität eines Esportlers liegt bei rund 300 Bewegungen pro Minute – während großer Turniere liegt der Puls zwischen 160 und 180. Die Esportler stimmen taktische Züge blitzschnell untereinander ab und müssen sofort reagieren. Dafür trainieren sie täglich bis zu zehn Stunden und stehen unter hohem Druck.

SIM Racing: Virtual race, genuine passion

Zum Esports-Sektor zählt auch das Sim Racing, das BMW bereits intensiv unterstützt. In Rennsimulationen an Computer oder Spielkonsole kämpfen virtuelle Piloten um Rennsiege und Meisterschaften. Dabei treten nicht nur Hobby-Rennfahrer und Amateure an, selbst Profis sehen Sim Racing (➜ Lesen Sie auch: Simracing – perfekt gerüstet für den virtuellen Rennkurs) als gute Trainingsmöglichkeit. Rennfahrer Timo Glock dazu: „Man kann die Konstanz und die Präzision im Simulator sehr gut üben.“

Auffallend viele professionelle Rennfahrer spielen dabei das Programm „iRacing“. Das liegt an der ausgearbeiteten Fahrphysik, den originalgetreuen Strecken und den reglementierten Esports Tournaments. Ebenso beliebt: „rFactor 2“, das mit hochrealistischer Wagen- und Fahrphysik überzeugt. Sim Racing genießt ebenso wachsende Nutzerzahlen. Beim professionellen „iRacing gibt es insgesamt rund 120.000 virtuelle Piloten. Massenmarkt-Rennspiele wie „Gran Turismo Sport“ auf der PlayStation 4 kommen dagegen auf über 13 Millionen Nutzer.

BMW Esports – ganz vorne mit dabei

Bereits 2019 engagierte sich BMW stark im Sim Racing. Beispielsweise integrierte BMW Motorsport Rennfahrzeuge einige Topmodelle in „iRacing“ und „rFactor 2“. Auf diese Weise dürfen auch Nicht-Profis Rennwagen wie den BMW M8 GTE, BMW M4 GT4 und BMW M2 CS Racing so realitätsnah wie möglich fahren. BMW trägt zudem auch Markenpokale aus: den BMW SIM 120 Cup und den BMW SIM M2 CS Racing Cup.

Seit 2020 unterstützt BMW außerdem fünf der erfolgreichsten Top Esports-Teams weltweit. Unter dem zeitgemäßen Motto #UnitedinRivalry und #Unitedathome engagiert sich der Automobilhersteller bei den Esports Teams Cloud 9, Fnatic, Funplus Phoenix, G2 Esports und T1, die sich aus über 200 Pro Gamern zusammensetzen und bereits Tournament-Siege in Spielen wie „League of Legends“, „DOTA 2“, „FIFA“, „Fortnite“ oder „Rocket League“ erringen konnten.

Auf der Überholspur im SIM Racing

Aber auch der Blick in die Zukunft ist wichtig. BMW Motorsport SIM Racing stellt im Rahmen seines digitalen BMW SIM Live Events drei spektakuläre Weltpremieren vor, die den Technologietransfer zwischen realem und virtuellem Rennsport auf ein völlig neues Level heben. Der BMW M4 GT3, der ab 2022 das neue Flaggschiff der BMW M Customer Racing Rennfahrzeuge sein wird, feierte noch vor dem ersten realen Renneinsatz als Prototyp sein Debüt auf der Sim Racing-Plattform iRacing. Das Lenkrad des BMW M4 GT3 wurde in Kooperation mit Fanatec entwickelt und ist das Erste seiner Art, das sowohl im Rennfahrzeug als auch im Simulator funktioniert.

Die dritte Weltneuheit ist die Konzept-Studie des Sim-Lounge-Möbels „Fusion SL“, das mit wenigen Handgriffen vom Design-Tisch in einen vollwertigen Rennsimulator verwandelt werden kann. Mit diesen Entwicklungen unterstreicht BMW Motorsport seinen Anspruch, nicht nur den Eventcharakter des Sim Racings zu nutzen, sondern die Branche durch Innovationen zum Beispiel bei der Hardware im Rahmen eines ganzheitlichen Engagements aktiv voranzubringen.

BMW Motorsport stellt deshalb sein Sim Racing-Engagement im kommenden Jahr auf eine noch breitere Basis. Neben verschiedenen BMW SIM Cup Rennformaten stehen neue Partnerschaften mit vier Top-Teams im Mittelpunkt. Team Redline, Williams Esports, G2 Esports und BS+COMPETITION werden 2021 bei vielen hochkarätigen Sim-Racing-Events auf den wichtigsten Plattformen BMW Fahrzeuge ins Rennen schicken und BMW Motorsport vertreten.

Mit dem Aufbau einer eigenen Akademie bekommt das Sim Racing bei BMW Motorsport zudem zukünftig auch physisch ein Zuhause. Im „Home of BMW Motorsport SIM Racing“ erhalten sowohl bereits erfolgreiche als auch unerfahrene Simracer im Rahmen von Trainings die Chance, auf das umfassende Angebot von BMW Motorsport in Sachen Rennsport-Expertise und Trainingsmöglichkeiten zuzugreifen. Diese beginnt beim Coaching durch professionelle Simracer der BMW Motorsport SIM Racing Partner-Teams und reicht bis hin zu Mentaltrainings, welche die BMW Werksfahrer bereits seit vielen Jahren regelmäßig absolvieren, um ihre Konzentrationsleistung in Rennen zu optimieren.

Wachsende Akzeptanz

Die Gesellschaft streitet öfter darüber, ob Esports nun ein echter Sport sei oder nicht. Dabei erkennt selbst die Bundesregierung die wachsende Bedeutung der „E-Sport-Landschaft in Deutschland“ an. Dennoch wird Esports oftmals nicht ernst genommen. Anders als viele andere Sportarten wird Esports nicht als gemeinnützig bewertet, dementsprechend können bisher keine anerkannten Vereine gegründet werden.

Langsam ist eine Trendwende zu erkennen. Aus der einst kleinen Community ist inzwischen eine milliardenschwere Industrie geworden. Der Esports-Markt boomte in den vergangenen Jahren gewaltig. Immer mehr Zuschauer erleben hautnah, wie die besten Esportler der Welt ihre Lieblingsspiele spielen. Experten erwarten bis 2023 weltweit fast 300 Millionen Esports-Zuschauer (2018: 173 Millionen). Nach Schätzungen wird der weltweite Umsatz des Esport-Markts im Jahr 2023 fast 1,6 Milliarden US-Dollar erreichen.

Dank des Internets ist dieses rasante Wachstum kaum aufzuhalten. Zudem wächst die Akzeptanz des virtuellen Sports. Während Gamer früher Nerds genannt wurden, sind sie jetzt die Superstars einer milliardenschweren Branche. Man darf gespannt sein, wohin die Reise noch führt.

Fotos: BMW; Autor: Thomas Stuchlik

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