Die neue BMW Nanofaser-Filtertechnologie

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Pollen, Ruß, Feinstaub, Bakterien und Schmutzpartikel ... Die Qualität der Luft, die wir atmen, rückt immer mehr in den Fokus von Forschung und Gesellschaft. Wir lernen immer mehr darüber, welchen Einfluss sie auf unser alltägliches Leben hat – und was wir tun können, um sie zu verbessern.

24. Juli 2020

Gut gegen böse

Werfen wir zunächst einen Blick darauf, was „gute“ und „schlechte Luft“ eigentlich bedeutet. Im Allgemeinen beziehen sich Wissenschaftler und Forscher auf die Zusammensetzung der Luft, die uns umgibt, wenn sie über die Luftqualität sprechen. Beziehungsweise eher darauf, inwiefern die Luft frei ist von Rauch, Ruß und anderen von Menschen verursachten Verunreinigungen, aber auch von natürlichen Schmutzstoffen wie Pollen, Staub und mikrobiellen Partikeln. Es gibt also einige Faktoren, die zu einer „guten“ oder „schlechten“ Luftqualität beitragen können, und diese sind sowohl natürlichen Ursprungs als auch von uns allen verursacht.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die zu einer ,guten‘ oder ,schlechten‘ Luftqualität beitragen können, und diese sind sowohl natürlichen Ursprungs als auch von Menschen gemacht.

Eine Gemeinsamkeit all dieser Verunreinigungen ist jedoch, dass sie in mikroskopischer Größe vorhanden sind. In der Luft können diese aus mehreren oder verschiedenen Quellen kommen, aber wir können sie nicht sehen. Dadurch wird die Luftqualität zu einem verzwickten Phänomen – wir wissen eigentlich nicht, wie gut oder schlecht die Luft, die wir atmen, wirklich ist, da ihre Effekte nicht sichtbar und oftmals auch nicht direkt spürbar sind. Tatsächlich können potenzielle Schäden durch schlechte Luftqualität oft erst nach vielen Jahren festgestellt werden.

Außerdem ist mit „Luft“ nicht nur den blauen Himmel über uns gemeint. Wir denken bei „Luft“ häufig an ein Phänomen draußen, das überall um uns herum und über uns ist. Doch eine gute Luftqualität ist für das Leben in Gebäuden ebenso wichtig wie in der freien Natur. Und selbstverständlich gilt das auch für die Zeit, die man in seinem Auto verbringt.

Eine gute Luftqualität ist für das Leben in Gebäuden ebenso wichtig wie in der freien Natur. Und selbstverständlich gilt das auch für die Zeit, die man in seinem Auto verbringt.
Bei der neuen Nanofaser-Filtertechnologie von BMW kommt eine Kombination aus Nanovlies und Aktivkohle zum Einsatz, um schädliche Partikel und Verunreinigungen aus der Luft herauszufiltern.

Kleine Details, große Wirkung

Dadurch wird auch für die Techniker von BMW auch die Verbesserung der Luftqualität im Innenraum zu einem dringenden Thema. Durch diesen verstärkten Fokus arbeiten die Techniker von BMW schneller an Filterlösungen, die zu sauberer Luft in unseren Autos beitragen.

Fortschrittliche Luftfilterlösungen sind für BMW Besitzer kein neues Phänomen. Schon 1998 wurden in den ersten BMWs die sogenannten Kombifilter eingebaut, eine Kombination aus Aktivkohle und den herkömmlichen Partikelfiltern. Später, als die Luftqualität besonders in China und Südkorea in den Fokus geriet, wurden an diesen Märkten Feinstaubfilter als Standardausstattung eingeführt – 2015 in China und 2020 in Südkorea. Seitdem haben BMW Fahrer weltweit die Option, ihre Fahrzeuge mit diesen Feinstaubfiltern aufzurüsten.

„BMW arbeitet seit den frühen 1990er Jahren aktiv an modernen Filtersystemen“, so Dr. Christian Rosskopf, Experte bei der BMW Group. „Doch die Entwicklungen der letzten Jahre, einschließlich und vielleicht insbesondere die Entwicklungen im Kampf gegen die Verschmutzung des städtischen Raums, führten dazu, dass wir die Einführung unserer neuesten Filtertechnologien beschleunigt haben.“

Das Ergebnis dieser Arbeit ist eine neue Nanofaser-Filtertechnologie, die schon im Herbst 2020 auf den Markt kommen wird.

Diese Nanofaser-Filter, die wie traditionelle Luftfilter zwischen den Zuluftgittern und den Klimasystemen im Innenraum eingebaut werden, bestehen aus einem engmaschigen, mikroskopischen „Netz“ aus Nanofaser-Vlies- und Aktivkohleelementen. Diese filtern nicht nur Kohlenmonoxid und Stickstoffoxide, sondern auch bis zu 40 Prozent mehr schädliche Partikel als die gängigen Filtertechnologien aus der Luft heraus und schützen somit den Fahrer schützen. Dazu zählen mikrobakterielle Partikel, Allergene wie Pollen sowie Ruß, Emissionspartikel und ultrafeine Staubteilchen, die gerade einmal 100 Nanometer groß sind. Zur Veranschaulichung: Ein Nanometer entspricht 1 millionstel Millimeter. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat üblicherweise einen Durchmesser von rund 70.000 Nanometern.

Die Entwicklungen der letzten Jahre, einschließlich und vielleicht insbesondere die Entwicklungen im Kampf gegen die Verschmutzung des städtischen Raums, führten dazu, dass wir die Einführung unserer neuesten Filtertechnologien beschleunigt haben.
Dr. Christian Rosskopf

Experte der BMW Group

Tief einatmen

Sprung ins Jahr 2020 – und schon stehen die nächsten Entwicklungen der Filtertechnologie vor unserer Tür. Die Einführung der Nanofaser-Filtertechnologie, an der die Techniker von BMW bereits seit Jahren arbeiten, erhielt noch einmal mehr Dringlichkeit, als die Luftverschmutzung um uns herum immer mehr zum Thema wurde.

Die neuen Nanofaser-Filter arbeiten eng verzahnt mit der Technik zur Messung der Außenluftqualität von BMW, die die Luftqualität in der Umgebung des Fahrzeugs bewerten und im Innenraum automatisch einen AirFlush-Modus auslösen kann. Dadurch wird ein Großteil der Luft im Fahrzeuginnenraum in nur wenigen Minuten gereinigt. Die Funktion kann auch manuell aktiviert und deaktiviert werden, und mit derBMW ConnectedDrive-App können Sie einstellen, dass der Innenraum bei Ihrer nächsten Fahrt vorab gereinigt wird.

Laut Dr. Christian Rosskopf ist es letzten Endes für unser aller Befinden – in und auch außerhalb unserer Autos – von wesentlicher Bedeutung, dass wir unser Augenmerk verstärkt auf die Messung und das Verstehen der Luft um uns herum richten und die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit zu verhindern.

„Die Luft, die wir atmen, ist vielleicht unsere wichtigste Ressource. Es ist unsere Aufgabe, sicherzustellen, dass unsere Fahrzeuge die geltenden Emissionsvorgaben erfüllen, wir aber auch den Fahrern selbst innovative und intuitive Lösungen anbieten. Unsere neuen Nanofaser-Filter wurden zu diesem Zweck schon vor der Zeit entwickelt und eingeführt. Das ist unsere Art, zu sagen, dass wir wissen, wie wichtig gute, saubere Luft heutzutage für Autofahrer ist – und dass wir unseren Beitrag leisten wollen, um nicht nur auf der Straße für ihr Wohlergehen zu sorgen.“

Wie es funktioniert

So verringert die neue Nanofaser-Filtertechnologie von BMW Schadstoffe und sorgt im Fahrzeuginnenraum für eine bessere Luftqualität.

Die Luftzufuhr erfolgt über die Frontelemente des Fahrzeugs. Von hier aus gelangt die Luft in die Luftfiltereinheiten. Dank der ultrafeinen Komponenten der Nanofaser-Filter, einschließlich der neuen, speziell entwickelten Schichten aus Nanovlies und Aktivkohle, werden mikroskopisch kleine, schädigende Partikel erfasst und herausgefiltert. Die gereinigte Luft strömt, unterstützt durch das Klimatisierungssystem des Fahrzeugs, durch den Innenraum und stellt so die Zirkulation von sauberer Luft für Fahrer und Mitfahrer sicher, ehe sie durch Lüftungsschlitze an beiden Seiten des Fahrzeughecks wieder nach außen geführt wird.

Ein besonderer AirFlush-Modus kann aktiviert werden, um den Großteil der Luft im Innenraum mithilfe des Klimatisierungssystems des Fahrzeugs innerhalb weniger Minuten zu reinigen. Der AirFlush-Modus kann automatisch über die externen Sensoren, die als Auslöser dienen, manuell über die entsprechende Live Cockpit-Funktion oder über BMW ConnectedDrive-App aktiviert werden.

Autor: David Barnwell; Illustrationen: Cyprian Lothringer