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Erlkönige: Die Kunst des Verwirrens

3 min Lesedauer

Erlkönige sind aus der Automobilpresse nicht mehr wegzudenken. Erfahren Sie, was es mit der Tarnfolie im Dazzle-Muster auf sich hat.

Der Ursprung des Dazzle-Musters

Während seines Marineeinsatzes 1918 hatte der britische Künstler Norman Wilkinson die Idee zur Tarnung von Kriegsschiffen, um sich und seine Kameraden vor gegnerischen Angriffen zu schützen. Er erschuf das sogenannte Dazzle-Muster (dazzle, zu Deutsch: blenden, verwirren). Auch wenn ein Schiff sich nicht verstecken ließe, so gelang es zumindest, die Gegner in puncto Größe und Fahrtrichtung zu verwirren. Bis Kriegsende waren über 4.000 getarnte Schiffe im Einsatz, für welche Wilkinson gefeiert und geehrt wurde – wenngleich nie ein Beweis für einen Vorteil des Musters erbracht werden konnte.

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Erlkönig-Autos – darum heißen sie so

In den 1950er Jahren veröffentlichten die deutschen Autojournalisten Heinz-Ulrich Wieselmann und Werner Oswald ungefragt Schnappschüsse von Erprobungsfahrzeuge in dem großen Auto-Magazin „auto, motor und sport“. Es war eine kleine Sensation und ein Affront gegen die Hersteller, denn erstmals wurde damit einem Riesenpublikum – und damit auch der Konkurrenz – Bilder von unveröffentlichten Fahrzeugen zugänglich gemacht. Der Name der Rubrik, unter der die Aufnahmen veröffentlicht wurden, nannten sie „Erlkönig“.

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Der Name „Erlkönig“ etablierte sich von nun an als Synonym für Erprobungsfahrzeuge. Der Begriff stammte von der gleichnamigen Ballade von Johann Wolfgang von Goethe. Sie änderten den bekannten Vers „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?...“ um in: „Wer fährt da so rasch durch Regen und Wind?“. Seit jener Zeit tarnen die Hersteller fleißig ihre „Erlkönige“ um die Journalisten und auch die Konkurrenz zu irritieren – damit selbst bei ungewollten Schnappschüssen möglichst wenig über das neue Design und die Technik nach außen dringt.

Um die tatsächliche Form des Fahrzeugs zu verschlüsseln, übernahm die Automobilindustrie für die Tarnung ähnliche Strukturen wie die der damals getarnten Kriegsschiffe.

Typisch für Erlkönige: das Muster in allen Facetten

Dank Smartphone-Kameras und ultrahoher Auflösung können Bilder von Erprobungsfahrzeugen heute noch leichter und öfter eingefangen werden als noch vor einigen Jahren. Hier arbeiten die Hersteller mit immer neuen ausgefeilten Tarnfolien gegen an.

Bei der Testfahrt erwischt: BMW Erlkönige

Vorher-nachher: der BMW M5

Der Siegeszug des Dazzle-Musters

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Die Muster bewahren aber nicht nur Autos davor, erkannt zu werden. Diese Kombination aus Erlkönig-Anzug und Surfbrett irritiert Haie und soll Surfer so vor Angriffen schützen.

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Auch andere Produktdesigner setzen in ihren Kollektionen auf die markanten Muster.Und so schließt sich der Kreis: 100 Jahre nachdem der britische Künstler Norman Wilkinson die Muster erschaffen hat, finden sie sich in der heutigen Mode wieder. Und es bestätigt sich einmal mehr: Gutes Design setzt sich durch.

UNGLAUBLICH ABER DA.

Der BMW M5 mit M xDrive.

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