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Das BMW Art Car von Julie Mehretu Das BMW Art Car von Julie Mehretu

Das BMW Art Car von Julie Mehretu

5 min Lesedauer
Die US-amerikanische abstrakte Malerin Julie Mehretu verbindet für die Gestaltung des BMW M Hybrid V8 als 20. BMW Art Car ihr kreatives Schaffen mit einer persönlichen Begeisterung für Automobildesign und Geschwindigkeit. Erhalten Sie exklusive Einblicke in den Entstehungsprozess des neuesten Fahrzeugs der traditionsreichen BMW Art Car Collection.

21. Mai 2024

Wann sprechen wir eigentlich von Kunst? Häufig versteht man unter einem Kunstwerk die bewusste Anordnung von Inhalten, um die Sinne oder Gefühle anzusprechen. Eine Parallele zu charakteristischem Automobildesign. Hier schließt sich mit den BMW Art Cars der Kreis – steht die einzigartige und vielfältige Sammlung von bald 20 Unikaten (➜ Lesen Sie auch: Wild at Art – die Geschichte der BMW Art Cars) doch seit ihrer Premiere 1975 für die legendäre Verbindung von Automobilikonen und weltbekannten Künstlern.

Bereits Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Jenny Holzer, Cao Fei oder Jeff Koons designten ein BMW Rennfahrzeug – später auch Serienwagen – mittels verschiedener grafischer und künstlerischer Techniken nach ihren Vorstellungen.

Bei der Gestaltung des 20. BMW Art Car lag die Intention von Julie Mehretu darin, einen Spielplatz für die Vorstellungskraft zu erschaffen. Im Verlauf des kreativen Prozesses wurde dafür eines ihrer ikonischen Bildmotive in eine dreidimensionale Darstellung auf den Prototyp des Rennwagens BMW M Hybrid V8 (➜ Lesen Sie auch: Historische Rennwagen: Legenden von BMW) überführt.

Wie diese Transformation technisch umgesetzt wurde und was Mehretu bei der Gestaltung des Neuzugangs der traditionsreichen fahrenden Kunstwerke inspirierte? Wir geben exklusive Einblicke.

Julie Mehretu

Kunst ist ein Prozess, der Freude bereitet
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Die US-amerikanische abstrakte Malerin Julie Mehretu verbindet für die Gestaltung des 20. BMW Art Car ihr kreatives Schaffen mit einer persönlichen Begeisterung für Automobildesign.

Die Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin haben ihre eigene Formensprache aus verfremdeten Fotografien, die häufig die Basis bilden, verbunden mit gestischen Zeichnungen und abstrakter Malerei. Ihre kreative Passion ist für Mehretu gleichzeitig ein Privileg: „Schon von klein auf war Kunst für mich ein Wohlfühlort. Ich habe mich frei und erfinderisch gefühlt, und dieses Gefühl von Vitalität hat mir große Freude bereitet, es war Antrieb und Versprechen zugleich.“

Ihrer großformatigen und hochkomplexen Arbeiten, die meistens aus mehreren Kunstharzschichten bestehen, erinnern zum Teil an architektonische und städtebauliche Pläne, die vielfältige Bewegungsarten andeuten: Flugrouten, Wind- und Wasserströmungen, Autobahnen, U-Bahnen oder Telefonnetze.

Wenn Mehretu an ein neues Gemälde herangeht, folgt sie keiner geraden Linie. „Ich habe keine Vorstellung davon, wie das Bild aussehen wird, wenn ich anfange. Es ist ein Prozess, der sich ständig weiterentwickelt, und so entsteht das vielschichtige Werk ganz von selbst.“ Dabei gehe es weder um das Unbewusste noch um das Bewusste, sondern darum, seiner Intuition zu folgen.

Ein Kunstwerk als Portal

Auch bei der Suche nach Inspiration und dem kreativen roten Faden für die Gestaltung des 20. BMW Art Car vertraute Mehretu auf ihr Bauchgefühl und den Prozess der Weiterentwicklung. „Erst nachdem ich vergangenes Jahr das 24-Stunden-Rennen in Daytona besucht hatte, wurde mir klar, wie ich meine Interpretation des BMW Art Car angehen könnte. Ich habe mir das Rennen angesehen, die Fahrer, die Boxencrew. Mir ist bewusst geworden, dass es hier um Innovation geht, um Vorstellungskraft und darum, die Grenzen des Möglichen zu verschieben.“

Für Mehretu war es eine prägende Echtzeiterfahrung. Sie dachte über Frank Stellas Raster nach und darüber, dass das gleichzeitig auch eine Hommage an frühere BMW Art Car Künstler sein könnte. „Mir kam in meinem Studio immer wieder dieses Bild in den Sinn, das ich gerade fertiggestellt hatte. Ein Miniaturmodell des neuen BMW Art Car stand daneben und mir kam der Gedanke: Was wäre, wenn wir versuchen, das Auto durch das Gemälde zu bewegen? Wie könnte das Gemälde aussehen, wenn das Auto durch das Werk hindurchfahren und davon beeinflusst werden würde, wie durch eine Art Portal?“

Mehretu vergleicht den Prozess mit der Neuinterpretation eines Musikstückes. Das Zusammenspiel der Oberflächen und der Geometrie des Fahrzeugdesigns schaffe einen Remix von Elementen ihrer Malerei und eröffne neue Perspektiven: „Die kreativen Möglichkeiten, die sich in diesem neuen dreidimensionalen Raum auftun, und die vielen Gedanken und Neuerungen, die dabei zum Tragen kommen, das alles ist sehr aufschlussreich.“

Die schiere Menge an Daten, an Berechnungen, an Wissen, die in die Herstellung dieses Objekts geflossen ist, fasziniert mich.
Julie Mehretu

Künstlerin 

Technisch aufwändige Folierung

Gemäß den Regularien des Motorsport-Weltverbands FIA kann die 3-D-Version des Kunstwerks nur mit einer Folierung auf den BMW M Hybrid V8 aufgetragen werden. Für die Gestaltung des 20. BMW Art Car legte Julie Mehretu deswegen das Farb- und Formenvokabular ihres Gemäldes „Everywhen“ zugrunde: verfremdete Fotografien, gepunktete Raster, neonfarbene Spritzlackierungen und Mehretus ikonische gestische Markierungen. Sie transferiert das so entstandene Bildmotiv als eine hochauflösende Ablichtung auf die in einem 3-D-Scan erfassten Konturen des Fahrzeugs. Auf diese Weise entsteht die einzigartige künstlerische Folierung des BMW M Hybrid V8.

Dafür arbeitete Julie Mehretu bei der Gestaltung des 20. BMW Art Car eng mit dem deutschen Team Race Spirit zusammen. Race Spirit war bereits an der Realisierung des von Jeff Koons (➜ Lesen Sie auch: Jeff Koons: Die Kunst des Führens) entworfenen Designs für das 17. Exemplar der BMW Art Car Collection beteiligt.

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Gertraud Brenninger von Race Spirit bei der künstlerischen Folierung des BMW Art Car #20.

Bewegende Unschärfe

Für Gertraud Brenninger von Race Spirit begann das Abenteuer des 20. BMW Art Car mit einem digitalen Puzzlestück. Um das 2-D-Kunstwerk auf das Fahrzeug zu transferieren, wurde die Oberfläche des BMW M Hybrid V8 in einzelne kleine Abschnitte unterteilt und diese Flächen wurden als Schablonen für den jeweiligen Abschnitt des Gemäldes genutzt. Dabei gab es aus Gründen der Aerodynamik strenge Vorgaben, wo eine Folierung möglich war – zum Teil eine Millimeterentscheidung.

„Julie Mehretu, mich und das ganze Team verband diese Freude (➜ Lesen Sie auch: Freude am Fahren – die Geschichte des BMW Slogans) an Technik und Präzision. Für die 3-D-Darstellung und das Rendering der Schablonen waren immense Datenmengen und Rechenleistungen nötig. An einem Modell im Maßstab 1 : 5 haben wir verschiedene Muster- und Farbprofile ausprobiert. Und uns Stück für Stück nach vorne getastet.“ Es war ein kreativer Prozess, bei dem alle immer wieder dazulernten. So war es etwa ursprünglich Julies Plan, eine matte Folierung zu nutzen. Doch im Verlauf der Arbeiten entschied sie, dass eine glänzende Variante ihre grafische Idee auf der dreidimensionalen Leinwand besser zur Geltung bringen würde.

Mehrere Monate Arbeit flossen in das Projekt Folierung. Mehretus akribische Vorbereitung hat Brenninger imponiert. „Julie hat beschäftigt, was man besonders dann wahrnimmt, wenn das Auto schnell fährt – nämlich Linien. Deshalb hat sie noch einzelne horizontale Linien ergänzt, die nachträglich eingearbeitet wurden.“

Zudem spielt Mehretu bewusst mit absichtlichen Anschlussunstimmigkeiten. Teilweise sind die Folienpuzzlestücke versetzt aufgeklebt. Der Farbübergang stimmt, doch die Muster mit den prägnanten Markierungen schließen nicht bündig an. „Ich wollte, dass das Auto etwas hat, das sich ‚glitchy‘ anfühlt, sodass es, wenn es in Bewegung ist, wie eine Unschärfe wirkt und einfach verschwimmt“, erklärt Mehretu. „Das Art Car sieht nicht aus, als ob es ein Gemälde ausstellen würde, sondern als hätte es das Kunstwerk förmlich durch seine Nieren (➜ Lesen Sie auch: BMW Niere: Markenzeichen im Wandel der Zeit) eingesogen.“

Rennstrecke statt Museum

Ein fester Bestandteil der Geschichte der BMW Art Car Collection ist die enge Verbindung zwischen Kunst und Motorsport. Schon das erste, 1975 von Alexander Calder gestaltete BMW Art Car absolvierte seine dynamische Premiere auf dem Circuit de la Sarthe in Le Mans. Julie Mehretus BMW Art Car wird schon kurz nach der Premiere als 20. BMW Art Car mit der passenden Startnummer 20 in Le Mans antreten. Und damit zu einem Kunstwerk werden, das nicht nur besprochen, sondern auch gesehen, gehört und gefühlt wird.

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Autor: Markus Löblein; Art: Ena Aichinger, Lucas Lemuth; Fotos: BMW; Video: BMW

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