Das hilft wirklich gegen den Sekundenschlaf am Steuer

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Lange Autofahrten machen müde, der berüchtigte Sekundenschlaf fährt mit. Doch was hilft gegen diese Gefahr: Kaffee? Laute Musik? Oder ein Nickerchen während der Pause? Hier finden Sie die besten Tipps gegen den Sekundenschlaf und Müdigkeit am Steuer.

3. September 2019

Jeder kennt sie, viele unterschätzen sie: Müdigkeit am Steuer. Nach Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin ist Erschöpfung ähnlich gefährlich wie Alkohol am Steuer: Nach 17 Stunden ohne Schlaf fahren wir Auto, als hätten wir 0,5 Promille im Blut. Schlafmangel und vor allem die plötzliche Müdigkeit erhöhen das Risiko für Unfälle.

Bei starker Müdigkeit kann es zum gefürchteten Sekundenschlaf kommen. Dabei nickt der Fahrer nur für wenige Sekunden ein. Aber: Eine Sekunde geschlossene Augen bedeutet bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h eine blind zurückgelegte Strecke von fast 28 Metern!

Warnsignale des Sekundenschlafs

Zumeist kündigt sich der Sekundenschlaf an. Erste Warnzeichen für plötzliche Müdigkeit sollten für Sie häufiges Gähnen und Blinzeln, schwere Augenlider und Augenbrennen sein. Treten diese Symptome auf, ist es oft nicht mehr weit bis zum plötzlichen Einnicken am Steuer.

Wie man diesem Sekundenschlaf am besten begegnet oder vorbeugt, lesen Sie in unseren Tipps gegen Müdigkeit beim Autofahren.

Die besten Wachmacher: Powernapping, Pausen und Passagiere

  • Ausreichend Schlaf: Gegen Übermüdung und Schläfrigkeit hilft nur: schlafen, schlafen, schlafen. Wichtig ist vor allem, dass Sie lange Autofahrten ausgeruht und ausgeschlafen antreten. Starten Sie also nicht nach großem Stress und einer zu kurzen Nacht auf eine längere Fahrt.
  • Powernapping: Mindestens alle vier Stunden sollten Sie auf längeren Fahrten ein kurzes Nickerchen einlegen. Dieses Powernapping sollte nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern, wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrats (DVR) empfiehlt – sonst kann es sein, dass sich Ihr Körper Richtung Tiefschlafphase orientiert.
  • Tiefpunkte meiden: Passen Sie Ihre Fahrzeiten bzw. den Fahrtantritt an die biologischen Tiefpunkte Ihres Körpers an. Diese befinden sich zwischen zwei und fünf Uhr morgens und etwa von 13 bis 15 Uhr am Nachmittag. Den Start zur langen Autofahrt mitten in die Nacht zu legen, mag hinsichtlich der Verkehrslage vernünftig sein, in Bezug auf den drohenden Sekundenschlaf eher nicht.
  • Regelmäßige Pausen sind Pflicht: Ein weiterer Tipp gegen Müdigkeit sind Pausen, in denen Sie sich vor allem entspannen und bewegen sollten. Verlassen Sie Ihr Auto, nehmen Sie sich die Zeit für einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft und dehnen Sie Ihre Gliedmaßen. Denn, so der DVR, Bewegung transportiert Sauerstoff in Ihren Blutkreislauf und steigert damit die Konzentrationsfähigkeit.
  • Essen: Die richtige Verpflegung hat ebenfalls Auswirkungen auf Ihren Zustand. Fahren Sie nicht hungrig oder mit zu vollem Magen los, beides senkt Ihre Leistungsfähigkeit. Nehmen Sie während der Reise kein schweres Essen zu sich, sondern leichte Kost wie Gemüse. Die kleinen Snacks während der Autofahrt geben Energie und sind zugleich gesund.
  • Trinken: Sie sollten immer ausreichend Getränke an Bord haben, nicht allein für lange Autofahrten. Trinken Sie möglichst viel Wasser oder ungesüßte Säfte und Schorlen.
  • Ablenkung: Ein spannendes Hörbuch kann bei einer monotonen Tätigkeit wie einer langen Autobahnfahrt geistig frisch halten. Noch besser ist ein Gesprächspartner. Einer, der Sie unterhält und merkt, wenn Sie nicht mehr fit sein sollten – und dann Ihren Part am Steuer übernimmt und Sie beide entspannt ans Ziel bringt.
  • Medikamente: Vorsicht ist bei manchen Arzneimitteln angesagt. Nebenwirkungen können Schläfrigkeit und eine verminderte Aufmerksamkeit sein und infolgedessen eben auch der Sekundenschlaf. Das betrifft nicht nur Schlafmittel, sondern auch Psychopharmaka, Schmerzmittel oder Allergiemedizin. Wenn Sie sich bei einem Medikament über seine Wirkung nicht im Klaren sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker kontaktieren. Ebenso bei chronischer Müdigkeit oder Schlafstörungen.

Müdigkeit am Steuer: Diese Tricks helfen nur kurzzeitig

  • Süßigkeiten & Co. geben Ihnen einen schnellen Energieschub. Doch danach sinkt der Blutzuckerspiegel ebenso schnell wieder und die Müdigkeit kehrt zurück.
  • Ähnlich verhält es sich mit Energydrinks und Kaffee: Nach dem Push durch Koffein und ähnliche Substanzen kommt die Trägheit bald wieder zurück.
  • Stoßlüften: Durch das kurze Aufreißen der Fenster bekommen Sie die Extraportion Sauerstoff. Auch dieser Trick verpufft schnell und gehört deswegen ebenfalls zu den Mitteln gegen Müdigkeit, die nur kurzzeitig helfen.
  • Kaugummi kauen regt die Durchblutung des Gehirns an und mindert so die Symptome von Schlafmangel – beheben kann es ihn nicht. Ein Mittel gegen die plötzliche Müdigkeit sind also auch Kaugummis nicht.
  • Auch laute Musik hilft nur kurz. Zudem ist man durch Müdigkeit ohnehin schon weniger aufnahmefähig, was durch eine voll aufgedrehte Musikanlage nicht verbessert wird. Und das wiederum ist der Verkehrssicherheit nicht zuträglich.

So hilft Ihnen Ihr Auto gegen Müdigkeit am Steuer

Fahrerassistenzsysteme können Ihnen ebenfalls bei plötzlicher Müdigkeit helfen. Typische Symptome von Übermüdung sind unachtsames Fahren oder das Verlassen der Fahrspur. Davor bewahren Sie verschiedene Fahrerassistenzsysteme. Der Lenk- und Spurführungsassistent und der Seitenkollisionsschutz schlagen Alarm, wenn Sie unnatürliche Lenkradbewegungen ausführen oder Gefahr von der Seite droht. Wenn dies der Fall ist, weil Sie mit der Müdigkeit am Steuer kämpfen, sollten Sie unbedingt eine Pause einlegen. 

Unterstützend arbeiten auch digitale Assistenten wie der BMW Intelligent Personal Assistant. Mit einem „Hey BMW, ich bin müde!“ beginnt das Revitalisierungsprogramm, das mit Temperaturanpassung, Lichteffekten und Musik die Müdigkeit bekämpfen solll. Überhaupt weist Sie ein BMW nach ein paar Stunden ununterbrochener Fahrt darauf hin, eine Pause einzulegen. Wenn Sie ein Bett brauchen, zeigt Ihnen das Navigationssystem, unterstützt vom BMW Concierge Service, den Weg zum nächsten Hotel.

Stets gilt: Sicherheit geht vor. Wenn Sie diese Tipps gegen Müdigkeit beherzigt haben und dennoch weiter müde sein sollten: Halten Sie an! Unterbrechen Sie Ihre Fahrt und setzen Sie diese erst nach einem erholsamen Schlaf fort. Schlafmangel begegnet man immer am besten mit Schlaf.

Illustrationen: Vanessa Deussen

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