Aus Alt mach Fein: die besten Upcycling-Ideen

10 min Lesedauer
Nachhaltige Produkte sind gut für die Umwelt. Aber machen sie auch nachhaltig Eindruck? Den Beweis liefern Designer in Berlin mit ihren Accessoires für die BMW i Collection. Erleben Sie eine vollelektrische Stadtrundfahrt voller Entdeckungen – wir sagen nur: Apfelleder…

Bei Recyclingprodukten denken viele an raues Papier oder robuste Plastikstühle, wohl weniger an edle Accessoires. Doch das Wiederverwenden von Abfällen bietet im Produktdesign auch die Möglichkeit, die darin enthaltenen Rohstoffe aufzuwerten. Stichwort Upcycling.

Die Berliner Designerinnen Rasa Weber und Essi Glomb beschäftigen sich seit Jahren mit nachhaltigen Produkten. So haben sie mit ihrem Designstudio Blond & Bieber umweltfreundliche Textilfarben entwickelt, die aus Mikroalgen gewonnen werden.

Über die nachhaltige Mode hinaus engagieren sich Rasa Weber und Essi Glomb als Netzwerkerinnen zwischen Naturwissenschaften und Kreativen. „Uns interessieren neuartige Herstellungsprozesse von nachhaltigen Materialien, die zukunftsweisend sind“, sagt Essi Glomb. Das macht die beiden zu den idealen Guides für einen Streifzug durch Berlin zu drei Designer-Kollegen. Sie haben zu den Themen Recycling und Upcycling Ideen entwickelt – und zwar ebenso nachhaltige wie beeindruckende Produktideen und Materialentwicklungen, die BMW Lifestyle nun für seine i Collection ausgewählt hat.

Als Fahrzeug für ihre Tour wählen Rasa Weber und Essi Glomb einen BMW i3. BMW i steht nicht nur für Elektromobilität. Vielmehr ist Nachhaltigkeit das oberste Leitprinzip von BMW i, gerade auch bei den Materialien. So wird das Leder des Interieurs umweltfreundlich gegerbt, mit einem Extrakt aus Olivenblättern. Und am Ende kann ein BMW i3 selbst zu 95 Prozent recycelt werden.

Zukunftsweisend: die Designerinnen Rasa Weber (links) und Essi Glomb. In einem BMW i3 fahren Sie durch Berlin und entdecken spannende Upcycling-Ideen.
Vom Stoffrest zum Bleistift
Vom Stoffrest zum Bleistift
Vom Stoffrest zum Bleistift
Vom Stoffrest zum Bleistift

Nachhaltigkeit im Schreibetui

Der erste Stopp von Rasa Weber und Essi Glomb ist ein Café am Spreeufer – Treffpunkt mit Christine Arlt und Ulrich Riedel vom Label Manaomea, das in Olching bei München ansässig ist. Die beiden Unternehmer geben dem Thema Upcycling eine eigene Handschrift: Sie fertigen Bleistifte aus Textil- und Agrarrückständen.

Ulrich Riedel erklärt, warum Bleistifte aus Holz nicht gerade nachhaltige Produkte sind: „Das Holz muss von besonderer Qualität sein und darf zum Beispiel keine Astlöcher haben. Im Zuge des Sägens und Fräsens bleiben letztlich nur 20 Prozent eines Baums für die Stifthülsen übrig. Der Rest endet als Holzspäne.“ Das ist nicht wirklich Ressourcen-schonend.

Nachhaltige Begegnung: Christine Arlt und Ulrich Riedel fertigen Bleistifte aus Textilresten.

HINTERLASSEN SIE NACHHALTIG EINDRUCK.

Die BMW i Collection von BMW Lifestyle

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Wir fertigen Stifte aus Textilresten, die bei der Produktion von Autositzen übrigbleiben.
Christine Arlt
<p>Co-Gründerin und Managing Partner von Manaomea<br /> </p>

Für die BMW i Collection haben Christine Arlt und Ulrich Riedel eine raffinierte Upcycling-Idee entwickelt: ein Schreibset, das aus den Webkantenresten gefertigt ist, die bei der Herstellung von Bezügen für Autositze übrig bleiben. Diese Textilreste für das Upcycling bezieht Manaomea von BMW.

„Wir machen Stifte zum Beispiel auch aus alten Kleidungsstücken“, ergänzt Christine Arlt. „Das Spannende daran ist der individuelle Charakter, den die Produkte durch das Recycling bekommen. Wenn ein Stift eigens für mich aus einem meiner alten Kleidungsstücke gefertigt ist, dann habe ich zu dem Produkt eine ganz persönliche Verbindung.“

Aus etwas Abgelegtem wird ein neuer persönlicher Gegenstand – diese Upcycling-Idee ist wahrlich weitsichtig. Christine Arlt beschreibt ihren Gegenentwurf zu Wegwerfartikeln: "Je stärker die persönliche Beziehung zu einem Produkt ist, desto größer ist die Wertschätzung und desto nachhaltiger die Nutzung."

Treffen Sie die Stifte-Hersteller im Video

Von Apfelschalen zu Accessoires
Von Apfelschalen zu Accessoires
Von Apfelschalen zu Accessoires
Von Apfelschalen zu Accessoires

Designer-Taschen aus Apfel-Abfällen

Nächste Station: die 127 Jahre alte Arminius-Markthalle in Berlin-Moabit, eine der schönsten Markthallen Deutschlands. Hier treffen Rasa Weber und Essi Glomb sich mit Hannes Parth vom Südtiroler Unternehmen Frumat – bekannt für sein Apfelleder.

„Beim Pressen von Apfelsaft bleiben Feststoffe übrig“, erklärt Hannes Parth. „Dieser sogenannte Apfeltrester ist viel zu schade für den Biomüll.“ Denn aufgrund seines hohen Zellulosegehalts eigne sich Apfeltrester ideal für stilvolle Upcycling-Ideen.

Der Südtiroler Hannes Parth fertigt aus Apfelresten ein Lederimitat – ein ebenso edles wie nachhaltiges Material für diesen Rucksack aus der BMW i Collection.
Der Apfeltrester ist viel zu schade für den Biomüll.
Hannes Parth
<p>Geschäftsführer von Frumat<br> </p>

Frumat fertigt aus dem Trester und aus den Schalen von Äpfeln „Apple Skin“, so der Markenname des Apfelleders. Dank seiner edlen und glatten Oberfläche ist das Lederimitat ein idealer Ersatz für tierische oder rein chemische Produkte. Es eignet sich für nachhaltige Kleidung, für Accessoires wie Designer-Taschen oder auch für Papier.

„Wir verbrennen oder zerstören allein in Europa jährlich drei Milliarden Tonnen Müll“, sagt Hannes Parth im Gespräch mit Rasa Weber und Essi Glomb. „Damit verlieren wir diese Materialien für immer!“ Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und schwindender Ressourcen sind Upcycling und das Verwenden von Recyclingmaterialien für den Unternehmer ein Muss.

Schließlich zeigt Hannes Parth den beiden Designerinnen seinen minimalistisch-schönen Rucksack. Diese Upcycling-Idee ist in Zusammenarbeit mit Frumat für die i Collection von BMW Lifestyle entstanden und wird in Italien hergestellt. Ein Laptop und ein Notizbuch passen da locker rein. Oder auch ein Kilo Äpfel frisch aus der Arminius-Markthalle.

Treffen Sie den Apfelleder-Macher im Video

Vom Plastikpulver zum Sonnenschutz
Vom Plastikpulver zum Sonnenschutz
Vom Plastikpulver zum Sonnenschutz
Vom Plastikpulver zum Sonnenschutz

Brillen aus dem 3D-Drucker

Wie so oft in Berlin verstecken sich Zukunftsvisionen hinter altehrwürdigen Fassaden. Das Studio von Projekt Samsen, der letzte Stopp auf Essi Glombs und Rasa Webers Tour, befindet sich in einer großzügigen Altbauwohnung im Stadtteil Schöneberg.

Auf einem Tisch surrt beinahe lautlos eine Maschine und baut Schicht um Schicht etwas auf, das später eine Brille sein wird. Lea Huch, die Projekt Samsen zusammen mit Hans-Christian Veith ins Leben gerufen hat, erklärt: „Diesen kleinen 3D-Drucker nutzen wir, um erste Prototypen herzustellen. Als Material verwenden wir Polyamid-Pulver. Ein Hochleistungslaser schmilzt es Schicht für Schicht zusammen.“

Mit Weitsicht: Hans-Christian Veith und Lea Huch erklären, warum Produkte aus dem 3D-Drucker nachhaltig sind – wie diese Sonnenbrille aus der BMW i Collection.
Der 3D-Druck vermeidet Produktionsreste ebenso wie lange Transportwege.
Lea Huch
<p>Gründerin und Geschäftsführerin von Projekt Samsen<br> </p>

„Was ist an Brillen aus dem 3D-Drucker nachhaltig?“, möchte Rasa Weber wissen. „Zum einen verwenden wir übrig gebliebenes Pulver wieder“, antwortet Lea Huch. „Es entstehen also so gut wie keine Produktionsreste. Außerdem macht dieses additive Verfahren aufwendige Werkzeuge, die eigens angefertigt werden, ebenso überflüssig wie weite Transportwege.“ Ein 3D-Drucker lasse sich nahezu überall aufstellen, wo die Produkte letztlich benötigt werden. Und: Wenn Gegenstände „on demand“ hergestellt werden, gibt’s keine Überproduktion.

Gerade in der Luxusgüter-Industrie hat sich der 3D-Druck bewährt. Dort geht es oft um kleine Editionen und individualisierte Einzelteile. Die beiden Sonnenbrillen-Modelle, die Projekt Samsen für die BMW i Collection entwickelt hat, passen sich dank ihres flexiblen Gestells jeder Kopfform an. Diese Accessoires benötigen weder Schrauben noch Scharniere und sind daher deutlich leichter als herkömmliche Brillen. Mangels Metallteilen lassen sie sich zudem leicht recyceln.

So sorgt der 3D-Druck für hohen Tragekomfort, für Nachhaltigkeit – und überdies für Individualität, wie Lea Huch erklärt: „Die Kunden können sich ihre Brille im Online-Konfigurator personalisieren, indem sie die Farbe und eine Gravur bestimmen. Entsprechend wird die Brille dann hier in Berlin komplett im 3D-Druck-Verfahren produziert.“

Besuchen Sie die Brillendrucker im Video

Wertschätzung statt blinden Konsum

Nach dieser faszinierenden Rundtour fahren die beiden Designerinnen zurück ins eigene Studio. „Alle Upcycling-Ideen und Recycling-Ansätze, die wir heute gesehen haben, wollen Müll und Überproduktion reduzieren“, resümiert Essi Glomb. Rasa Weber stimmt ihr zu: „Kein unüberlegter Konsum, keine kurzlebigen Modeartikel, sondern nachhaltige Produkte, mit denen sich der Kunde identifizieren kann. Von denen er weiß, wo, wie und woraus sie hergestellt werden – darum geht es in Zukunft.“